#063 - Stillen: Vom Kolostrum bis zum Abstillen – Meine Stillgeschichte

Stillen, es scheint die natürlichste Sache der Welt zu sein, doch kommt man mit dem Thema das erste Mal in Berührung merkt man schnell, dass zu dem Thema nicht nur eine ganze Menge Meinungen existieren, sondern dass es auch ein Thema zu sein scheint was für eine ganze Menge Aufruhr sorgt. Mich selbst hat die Welt des Stillens nach der Geburt völlig unvorbereitet überrollt. Damit du besser vorbereitet bist, habe ich dir vom Kolostrum bis zur eigenen Entscheidung des Abstillens das wichtigste zusammengestellt.

Stillen

Stillen oder nicht Stillen, das ist hier die Frage?

Mit dieser Frage fängt es meist an: Stillen, ja oder nein? Für die meisten Frauen ist es glasklar, sie möchtet ihr Kind mit ihrer eigenen Muttermilch ernähren. Die unzähligen Vorteile des Stillen für Mutter und Kind liegen auf der Hand:

  • Stärkung des Immunsystem – dein kleines Baby hat noch kein eigenes vollständig ausgebildetes Immunsystem, durch das Stillen wird dein Baby mit deinem Antikörper versorgt
  • Gestillte Kinder haben einen höheren Infektionsschutz
  • Dein Baby wird mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt
  • Vorteile der Gaumen und Kieferentwicklung für das Baby
  • Stillen ist kostenlos und zu jederzeit realisierbar
  • Stillen unterstützt durch die Oxytocin Ausschüttung die Rückbildung der Mama
  • Stillen fördert und intensiviert die Mutter-Kind-Bindung

Dennoch gibt es auch Umstände, Situationen oder Bedürfnisse, warum sich Frauen gegen das Stillen entscheiden oder gar aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen können. Diese Entscheidung für dich zu treffen, ist völlig in Ordnung. Oft werden Mamas, die ihrem Baby die Flasche geben schief angeschaut, sie werden bewertet und verurteilt. Nicht selten werden sie als egoistisch betitelt und ihnen wird vorgeworfen, dass sie nicht das Beste für ihr Kind wollen. Ganz ehrlich, dass ist völliger Quatsch. Jede Mama möchte das Beste für ihr Kind, trotz alle dem ist jede Mama weiterhin Frau und ein eigenständiges Individuum und hat die freie Wahl über ihren Körper zu entscheiden. Dazu zählt auch die Entscheidung zu stillen oder nicht bzw. wie lange du stillst oder auch nicht.


Kolostrum – Warum es so wichtig für dein Baby ist

Die Sorge, die die meisten Mamas nach der Geburt haben ist, ob das Baby genug Muttermilch bekommt. Keine Sorge, auch wenn die Vormilch (oder auch Kolostrum genannt) nicht viel ist, ist sie völlig ausreichend für dein kleines Wunder. Kurz nach der Geburt ist der Magen deines Babys gerade mal so groß wie eine Erbse und wächst von Tag zu Tag mit deiner ansteigenden Muttermilch.

Aber lasst uns zurück zum Kolostrum kommen. Nicht umsonst wird es flüssiges Gold genannt. Aber warum ist es so wertvoll?

Kolostrum ist ein Booster für das Immunsystem deines Babys, denn auch bei Säuglingen sind der Magen-Darm-Trakt die wichtigsten Organe für das Immunsystem. Das Kolostrum enthält wichtige Antikörper und hilft beim Auskleiden des Magen-Darm-Traktes.

Abstillen direkt nach dem Kolostrum

Auch wenn du dich dagegen entschieden hast zu stillen, kannst du deinem Baby kurz nach der Geburt das wertvolle Kolostrum mitgeben und danach direkt abstillen. Das hat den Vorteil, dass du deinem Baby die Vorteile der Vormilch uneingeschränkt mitgeben kannst ohne danach voll stillen zu müssen. In meiner Podcastfolge mit Stilberaterin Julia Weidenmüller gehe ich unter anderen darauf ein: 

Stillvorbereitung in der Schwangerschaft im Interview mit Stillberaterin Juli von Soulfeeding

Milcheinschuss – Was du unterstützend tun kannst

Wenn du dich dafür entschieden hast dein Baby stillen zu wollen, dauert es ca. 3-5 Tage nach der Geburt, bis der Milcheinschuss startet. Zu verkennen ist er kaum, denn du hast das Gefühl deine Brüste explodieren. Sie spannen oder schmerzen gar und sind meist wirklich heiß. Der Milcheinschuss ist von Frau zu Frau unterschiedlich und kann von der Intensität variieren. Die meisten Frauen fragen sich, was sie tun können, um ihren Körper dabei optimal zu unterstützen. Im Folgenden meine 3 Tipps, die sich positiv auf den Milcheinschuss auswirken:

  • Bonding, Bonding und nochmal Bonding – Mit deinem kleinen Baby Haut auf Haut so viel wie nur möglich. Nicht umsonst wird das Wochenbett auch Kuschelzeit genannt, denn die Nähe schüttet Oxytocin aus, welches die Milchbildung unterstützt und auch die Mutter-Kind-Bindung unheimlich fördert. Kuscheln Haut auf Haut ist im Übrigen auch für den Papa ganz wichtig. ;)
  • Versuche dein Baby ca. alle 3-4 Stunden anzulegen, starte immer mit der Brust mit der du geendet hast und versuche bis zum Milcheinschuss immer beide Brüste anzubieten.
  • Ruhe, Ruhe und nochmal Ruhe. Stress ist Gift für den Milcheinschuss. Aus diesem Grund könne dir Ruhe. Im Wort Wochenbett steckt nicht umsonst das Wort Bett, denn da gehörst du mit deinem kleinen Wunder auch hin. Nutze die Schlafphasen deines Babys um auch dich auszuruhen und lasse alles andere einfach liegen.

Mehr zum Thema Milcheinschuss erfährst du in der Podcastfolge mit einer der wundervollsten Stillberaterinen die ich je getroffen habe, Julia Weidenmüller: 

Zwischen Stillhütchen, Brusternährungsset und wunden Brustwarzen - wenn es beim Stillen Startschwierigkeiten gibt im Interview mit Stillberaterin Juli von Soulfeeding

Stillen ist bunt – zu füttern, abpumpen, Flasche geben, du entscheidest

Eine Message die ich nur allen Mamas mitgeben kannst ist, dass es beim Stillen kein Richtig und kein Falsch gibt. Die Variationen zu stillen sind bunt und vielseitig und das ist auch gut so, denn das gibt jeder Familie die Möglichkeit so umzusetzen, wie es für sie passt.

Du brauchst als Mama auch mal eine Auszeit und sehnst dich nach einem Abend oder Nachmittag unter Freundinnen? Vielleicht möchte der Papa aber auch selbstständiger mit dem kleinen Familienzuwachs sein und nicht immer die Panik im Hinterkopf haben, dass er dem Milchhunger nicht gerecht werden kann? Egal wie, alles ist möglich, das Zeigen am besten unsere Nachbarländer Niederlande, Frankreich und Italien wo Frauen teilweise nach wenigen Wochen wieder arbeiten und trotzdem stillen. In diesen Ländern ist eine Milchpumpe in der Erstausstattung nicht wegzudenken und gibt frischgebackenen Mamas und auch Papas eine gewisse Freiheit in der Gestaltung ihres Familienalltags.

Nicht selten kommt es vor, dass eine Mama zu füttern muss. Was heißt das aber eigentlich?

Reicht die Milchmalzeit aus der Brust nicht aus, gibt es die Möglichkeit mit vorher abgepumpter Muttermilch oder mir Pre-Nahrung zusätzlich zu füttern, um die kleinen Babys satt zu bekommen.

Was ich hier so einfach nieder schreibe fühlt sich für einen Mama aber oft immens schwer an. Ich weiß noch zugut, wie ich in meinem eigenen Meer an Tränen versunken bin als die Hebamme meinte ich hätte nicht ausreichend Milch, um meine Tochter zu versorgen und müsse zu füttern. Ich fühlte mich, als hätte ich als Mutter versagt, weil ich nicht im Stande war sie mit meinem eigenen Körper zu ernähren. Anstatt dankbar für die unzähligen wundervollen Möglichkeiten zu sein die es gibt, um dieses Gap zu füllen zwang mich das Wochenbett-Hormon-Chaos in die Knie. In meinem Kopf kreisten Fragen nach dem Warum, was habe ich nur falsch gemacht, warum bekomme ich das nicht hin, usw.. Das Gefühl des Versagens machte sich breit und der Druck auf mich selbst wurde immer größer Möglichkeiten zu finden die meine Milchmenge erhöhen.

An dieser Stelle möchte ich euch ermutigen euch sowohl mentale als auch fachliche Unterstützung zu holen. Sicht Hilfe bei eurer Hebamme oder wendet euch an eine Stillberaterin. Sprecht offen über eure Gefühle und stellt einen Plan auf, der sowohl euren wie auch den Bedürfnissen des Kindes entspricht.

Aber nehmt vor allen den Druck raus, sucht die Schuld nicht bei euch. Ihr seid wundervolle Mütter egal welche Vielfalt des Stillens sich ergibt bzw. für welche Formen ihr euch entscheidet.

Sollte zu füttern für euch ein Thema sein, dann hört unbedingt in die Podcastfolge der lieben Juli rein. In dieser Folge geht sie wundervoll darauf ein, wie man vor allem zu Beginn stillfreundlich zu füttern kann und warum eine vorausgegangene Ursachenforschung unabdingbar ist.

Stillen: Zufüttern

Abstillen – Dein Körper, deine Entscheidung

Time to say Goodbye – einen perfekten Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht, denn dieser ist so individuell wie das Stillen selbst. Während sich einige Kinder von selbst abstillen, verlange andere noch als Kleinkinder nach der besonderen mütterlichen Nähe.

Aber auch hier möchte ich euch ermutigen, die Bedürfnisse der gesamten Familie in die Entscheidung mit einzubeziehen.

Das Bedürfnis des Babys oder Kleinkindes nach Muttermilch ist genauso wichtig wie das Bedürfnis der Mama ihren Körper wieder nur für sich zu haben. Seid ehrlich zu euch selbst, geht auch liebevoll mit euren Bedürfnissen um und lasst euch nicht von anderen zu etwas drängen. Es ist euer Körper und eure Entscheidung.

Meine Stillgeschichte

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Meine Stillgeschichte ist weder glamourös und Lehrbuch tauglich. Fehlende Vorbereitung, ein schwerer Start, zu Füttern und eine innige Stillbeziehung die ich nie fand führten dazu, dass ich mit Beikosteinführung die Entscheidung getroffen habe meinen Körper wieder nur für mich zu haben.

Du willst mehr erfahren, in meiner Podcastfolge zu meiner Geschichte teile ich meine Zerrissenheit, meine Verzweiflung aber auch den Weg wie ich meinen Seelenfrieden mit dem Thema Stillen fand.

Viel Spaß beim reinhören.


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